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Wann ist Wasser Trinkwasser?

Wann ist Wasser Trinkwasser?

Bei Wanderungen, besonders dann wenn es im Sommer heiss wird, ist es wichtig immer ausreichend Trinkwasser zu haben. Mühsam jedoch ist es mehrere Liter Wasser während der ganzen Wanderung auf den Berg zu schleppen. Ca. 5dl sollte man pro Stunde zu sich nehmen, das wäre dann bei einer Wanderung von 6 Stunden 3 Kilogramm Gewicht die man zusätzlich mitschleppt. Viel leichter wäre es doch eine Flasche mitzunehmen und diese an Brunnen, Bächen und Quellen entlang des Wanderwegs zu füllen.

Doch woher soll man wissen ob das Wasser keine Verunreinigungen, Bakterien oder Viren enthält die Krankheiten verursachen können?

Brunnen

In der Stadt oder im Dorf müssen Brunnen die kein Trinkwasser enthalten mit “Kein Trinkwasser” gekennzeichnet sein. Diese Regel gilt jedoch nicht für Brunnen die auf einer Weide, Alp oder auf einem Privatgrundstück stehen da diese meist für Tiere gemacht sind. Trink man aus solch einem Brunnen kann dies zu Erbrechen und Durchfall führen.

Gebirgsbäche / Quellen

Wasser aus Gebirgsbächen oder Quellen ist in der Regel sauber und kann getrunken werden. Doch woran erkennt man ob es sich um sauberes Trinkwasser handelt? Menschen produzieren Abfall und wo Menschen leben fällt schmutz an! Ausserdem verunreinigen auch Weidentiere das Wasser. In Gebieten mit weidenden Tieren sollte deshalb auf die Wasserentnahme verzichtet werden. Falls es sich um einen Notfall handelt dann nur oberhalb der Weide das Wasser entnehmen, wo die Weidentiere das Wasser mit ihren Ausscheidungen nicht verunreinigt haben. Niemals unterhalb der Weidefläche!

In unbewohnten Regionen ist das Risiko sehr gering auf verschmutztes Wasser zu stossen.

Kaltes vs. warmes Wasser

Als Faustregel gilt, je kälter das Wasser desto sauberer ist es. In warmen Wasser fühlen sich Viren und Bakterien wohler und vermehren sich deutlich schneller. Auch hier gilt immer oberhalb der Siedlung Wasser entnehmen.

Fliessgeschwindigkeit

Grundsätzlich gilt je schneller die Fliessgeschwindigkeit des Wassers desto besser die Qualität. Schmutz und Verunreinigungen lassen das Wasser langsamer fliessen. Deshalb niemals aus stehenden Gewässern trinken.

Klares vs. trübes Wasser

Je klarer das Wasser desto besser, trübes Wasser ist ein Tummelplatz für Viren und Bakterien.

Arten der Verunreinigungen

  • Landwirtschaftliche wie beispielsweise Düngemittel, Pestizide, Herbizide, etc.
  • Ungelöste Partikel und Sedimente
  • Bakterien wie z.B. Escherichia-Coli (E-Coli) oder Salmonellen
  • Viren wie z.B. Hepatitis A
  • Protozoen wie z.B. Giardia

Wasseraufbereitung

Auch wenn alle oben genannten Parameter zutreffen kann das Wasser verunreinigt sein. Es gibt verschiedene Methoden, ob nun beim Wandern oder auf Reisen, verunreinigtes Wasser zu Trinkwasser aufzubereiten.

Wasser abkochen

Das abkochen von Wasser ist eine zuverlässige Methode um Erreger abzutöten. Das Wasser wird auf 100C° erhitzt um somit gefährliche Organismen zu töten, wobei diese verschieden empfindlich sind. Manche sterben vor 100C° manche bei über 100C°. Das Wasser sollte 3 Minuten lang sprudelnd kochen. In höheren Lagen muss das Wasser länger gekocht werden, da das Wasser bei niedrigerem Luftdruck einen niedrigeren Siedepunkt hat, als Richtwert gilt: 1 Minute länger je 150 Höhenmeter.

Wasserfilter

Mittels einem Wasserfilter können Bakterien, Einzeller und Mehrzeller aus dem Wasser gefiltert werden, leider schütz dieser aber nicht vor Viren. Kombifilter mit Aktivkohle können hier noch zusätzlich kleinste Erreger sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe binden.

Chemische Entkeimungsmittel

Chemische Entkeimungsmittel sind günstig im Outdoor-Handel erhältlich, sind jedoch nur für klares Wasser geeignet und brauchen bis zu 2 Stunden Einwirkzeit.

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